Eine Welt-Initiative

Eiche

Beim Aufwachen aus tiefem Schlaf hatte ich eine Inspiration, die für mich schwierig zu begreifen war und die wie ein persönliches Problem vor mir stand. Dieses Problem, so wurde mir klar, hing mit der sich immer weiter entwickelnden Technologie zusammen. Die heutigen Kinder werden in Amerika und Kanada heute immer mehr und mehr abhängig von einer zwar alles einschließenden, aber gleichzeitig sehr begrenzenden Welterfahrung. Die Abhängigkeit von Computern und der ständige Gebrauch von Handys beginnen in der öffentlichen Schule schon im Kindergarten. In vielen Familien gibt es keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr, keine Diskussionen oder gemeinsame Erlebnisse wie z.B. Hausmusik. Kurzum, anstelle von einem im Zusammensein erlebter Zeit ist ein Leben eingetreten, das die jungen Menschen sich selbst überlässt. Viele sehen Videos und Filme, die ihrem Alter nicht angemessen sind, oder Gewalttätigkeit zeigen und dadurch verletzend sind. Im Sport werden Wettspiele jenen vorgezogen, die die Zusammenarbeit fördern.

In all dem oben Erwähnten werden fast nur Denken und egoistischer Wille ausgebildet. Wichtige menschliche Fähigkeiten wie das Entwickeln von Mitgefühl, das Filtern, Verarbeiten und Überdenken von Informationen und sozialen Begegnungen sowie Ausflüge in die Natur werden häufig übergangen zugunsten des technologischen Trainings. Geschwindigkeit, gekoppelt mit kalter Intelligenz, ist das vorherrschende Resultat ohne Rücksicht auf die Entwicklung der seelischen und sozialen Fähigkeiten der jungen Menschen. Eine Erziehung, die vom konkurrenzbetonten Sport bestimmt ist, fördert eine einseitige, körperbetonte und auf den Sieg orientierte, egoistische Haltung.

Dagegen versucht Waldorf Pädagogik, die Möglichkeiten der jungen Menschen zu integrieren, und in Einklang zu bringen. Sie sucht auch ihre Fähigkeiten, klar zu denken, Mitgefühl zu empfinden, und eine Vision eines positiven, schönen Lebens zu entwickeln und zu unterstützen.

Die Waldorf Erziehung von Haupt, Herz und Hand befähigt die jungen Menschen heranzuwachsen und als Erwachsene aus ihrem edelsten menschlichen Eigensein heraus zu handeln. Sie bewirkt, dass die drei Fähigkeiten der Seele – Denken, Fühlen und Wollen – vereint werden unter der starken Führung des allmählich hervortretenden „Ich“, das im Alter von 21 Jahren zu seinem vollen Potential erwacht.

Die Lehrpersonen und die Freunde von Rudolf Steiners Anthroposophie (Weisheit vom Menschen) haben in der Waldorf-Lehrer-Ausbildung oder aus seinen Büchern und Vorträgen gelernt, dass die Fähigkeiten des miteinander verbundenen Wollens, Fühlens und Denkens, sich nur allmählich in verschiedenen Entwicklungsperioden des Menschen während der ersten dreimal sieben Jahre entwickeln.

Viele Menschen sind sich einer möglichen Gefahr nicht bewusst: Ein Schüler, der nur den kalten Intellekt entwickelt, erlebt durch zu viel Umgang mit Technologie, die keine Beziehung zur Kunst entwickelt eine einseitige Entwicklung. Zu viel Gewalt in den Medien kann den jungen Menschen in die Richtung von Aggression geradezu hinführen. Von dieser Gewalt hören wir immer öfter, und im normalen Schulsystem besteht nur wenig Wissen über die Hintergründe. Zu wenig Bewusstsein der Erwachsenen im Umkreis der Schüler und zu wenig aufmerksames Sich-Kümmern um den Anderen können zu diesen schrecklichen Geschehnissen beitragen.

Dr. Rudolf Steiner lehrte, dass Denken, Fühlen und Wollen, die drei Fähigkeiten der Seele, gleichmäßig ausgebildet werden müssen, um kreative Menschen heranzubilden. Ansonsten kann ein junger Mensch mit natürlich starkem Willen, aber mit einem egoistisch ausgebildeten Fühlen, sein Denken in eine solche Richtung lenken, dass er eine Pistole kauft und diejenigen erschießt, die ihn, aus seiner Sicht, beleidigt oder verletzt haben. Die fehlgeleiteten Jugendlichen, die ihr Ich nicht voll ergreifen können, verhindern für sich selbst in tragischer Weise die Möglichkeit eines erfüllten Lebens. Read more

Glaube, Liebe, Hoffnung

Faith, Love, and Hope
Faith, Love, and Hope

Glaube, Liebe, Hoffnung

Übersetzung: Monica Beer, Deutschland

Eine Einführung zum Lichtkreis

An einem Februar-Abend, 2016, trafen sich Freunde der Waldorf-Schule im Hause von Monica Gold. Monica hatte uns zusammengerufen, um etwas sehr Wichtiges miteinander zu besprechen. Sie wollte uns von einer Inspiration erzählen, die sie einige Tage vorher erlebt hatte und mit der sie sich seitdem beschäftigte. Sie beschrieb uns, wie sie am Morgen aus tiefem Schlaf mit einem unangenehmen Gefühl erwachte. In der Welt stehen wir immer mehr Schwierigkeiten gegenüber, weil sich Denken, Fühlen und Wollen dank der fortschreitenden Entwicklung der Menschheit immer mehr voneinander trennen. Daß dieses Wissen nicht viel weiter verbreitet ist, empfand sie, als sei es ihre Schuld. Besonders empfand sie, daß diese Schwierigkeiten bestehen in Waldorf-Schulen, in denen Lehrer ohne spezielle Waldorf-Ausbildung unterrichten. Und damit kam das Gefühl, dass zu wenig in dieser Beziehung geschieht.

Dann kam die Frage von Monica an uns: „Was können wir tun?”

Eine gedankenvolle Diskussion folgte, in der wichtige Fragen erwogen wurden. Wie können wir dem Auseinandergehen von Denken Fühlen und Wollen begegnen? Mit wem können wir darüber sprechen? Könnte der Christus uns vielleicht helfen?

Wir verabredeten, dass wir uns zu einem späteren Datum wieder treffen würden, um weitere Gedanken zusammenzutragen, wie wir diese neu geschaffene Initiative weiterführen können.

Am Morgen nach unserem Treffen wurde der Uns alle Verbindende Vers durch Monica empfangen und uns dann mitgeteilt.

Joanne King
Vancouver

 

Glaube, Liebe, Hoffnung

Der uns alle verbindende Vers

Glaube, Liebe, Hoffnung
führen mich in meinem Willen,>
wenn ich im Herzen eine Kerze anzünde
Und mich verbinde mit der immer gegenwärtigen Liebe
und schöpferischen Kraft des Allmächtigen.
Sie wirkt in mir,
wenn ich die Kinder, (Menschen) liebend aufnehme,
die heute zu mir kommen in
Glaube, Liebe, Hoffnung.

Diese Worte mögen uns führen auf dem Weg,
einen Lichtkreis zu bilden, der die Welt umschließt.
Sie werden uns vereinen und die Einsamkeit verbannen.
Sie werden unsere Gedanken der Imagination öffnen,
unsere Inspiration stärken
und uns mit Intuition segnen.

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Das Erleben unserer Menschlichkeit durch die Bewusstseinsseele

 
Bild 1. Der Mensch im Tierkreis, das Gebetbuch des 15. Jahrhunderts

 

Der Uns Alle Verbindende Vers

 

Glaube, Liebe, Hoffnung
Führen mich in meinem Willen
Wenn ich im Herzen ein Licht entzünde
Und mich verbinde mit der immer gegenwärtigen Liebe
Und schöpferischen Kraft des Allmächtigen.
Sie wirkt in mir,
Wenn ich die Menschen liebend aufnehme,
Die heute zu mir kommen in
Glaube, Liebe, Hoffnung.

 

Diese Worte mögen uns führen auf dem Weg,
Einen Lichtkreis zu bilden, der die Welt umschließt.
Sie sollen uns vereinen und die Einsamkeit verbannen.
Sie werden unsere Gedanken öffnen der Imagination,
Unsere Inspiration stärken
Und uns mit Intuition segnen.

Das Erleben unserer Menschlichkeit durch die Bewusstseinsseele

by Monica Gold

Die Gedanken, die uns hier beschäftigen werden, sollen die erste Zeile unseres Verses mit dem wir versuchen, die Welt zu umspannen, Glaube, Liebe, Hoffnung, mit den letzten drei Zeilen, Imagination, Inspiration und Intuition, verbinden.

Weiter werden wir Denken, Fühlen und Wollen in ihrer Verwandlung in das Geistselbst, den Lebensgeist und den Geistesmenschen im Lichte der Vorlesungen Rudolf Steiners untersuchen. Der Mensch muss durch die Bewusstseinsseele gehen, wenn er in seiner Art die Kräfte des Geistselbst, des Lebensgeistes, des Geistesmenschen aufnehmen will. Dazu muss er die Kräfte des Todes im Laufe des fünften nachatlantischen Zeitraums, also bis in die Mitte des vierten Jahrtausends hinein, vollständig mit seinem eigenen Wesen verbinden. Das kann er.1 Die Menschen werden sich, wie wir sehen werden, im sozialen Umgang miteinander noch sehr ändern.

Wenn wir uns in das 14te Jahrhundert vor Christus versenken, finden wir, dass zu dieser Zeit die Menschen sich noch wie die Kinder in einer großen Familie Gottes getragen, geliebt und geschützt fühlten. Noch ganz verträumt lebten sie in der Natur, eingebettet in die geistige Welt. Viele von den damaligen Menschen erlebten, vielleicht sogar sahen und hörten, auch geistige Wesenheiten, und zwar nicht nur Engel sondern auch Elementarwesen.

Wir wissen, dass Moses die zehn Gebote auf dem Berg Sinai von dem Gott der Hebräer, Jehovah, erhielt. Wir hören auch, dass diese göttliche Tat von Blitzen, Donner, Feuer und Erdbeben begleitet war. Die zehn Gebote waren ein wichtiger Schritt in der Menschheitsentwicklung.

Als Gotteskinder hatten sich die Menschen in der Sinneswelt so weit entwickelt, dass es für sie notwendig wurde, zu lernen, Geboten zu gehorchen: Du sollst nicht töten, Du sollst nicht stehlen, Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen, usw. Warum war es notwendig geworden, den Menschen Gesetze oder Gebote zu geben?

Das Thema für diesen Artikel ist Das Erleben unserer Menschlichkeit durch die Bewusstseinsseele. Man kann auch sagen, dass wir durch dieses heute aktuelle Thema dahin geführt werden, uns über die Gegenkräfte oder das Böse, das, nach Rudolf Steiner, an der Menschheitsevolution beteiligt ist, bewusst werden. Das scheint besonders wichtig zu sein in unserer gegenwärtigen Zeit.

Während der Zeit in Lemurien, noch ganz früh in der Menschheitsentwicklung, wurden die Menschen Luzifers Verführungen in ihrem Astralleib ausgesetzt. Die biblische Geschichte von Adam und Eva ist wohl jedem geläufig. Wir wissen aus der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners, dass der Mensch ein Kind geblieben wäre, in den Händen höherer geistiger Wesenheiten, wenn das nicht stattgefunden hätte. Durch Luzifers Verführungen wurde ein Teil der geistigen Welt unsichtbar für den Menschen durch Verstärkungen seiner Instinkte, Passionen und egoistischen Wünsche. Diese stiegen im menschlichen Astralleib auf wie eine dunkle Wolke. Auf diese Weise wurde der Blick auf die geistigen Wesenheiten, die sonst auf ewig sichtbar geblieben wären, verdunkelt.

Rudolf Steiner weist darauf hin, dass der Mensch durch Luzifer allmählich frei wurde von der Führung durch höhere geistige Wesenheiten. Dadurch geschah es, dass viele Menschen eine immer stärker werdende Selbstsucht und völlige Geringschätzung von anderen entwickelten. Als die Menschen erwachten und reif wurden, in sich Recht und Unrecht zu unterscheiden, konnten sie die geistige Welt hinter der physisch-sinnlichen Welt nicht mehr erleben.

Die Menschen wurden immer unabhängiger von der geistigen Welt, und doch hatten sie noch ein großes Vertrauen und Respekt, wohl auch Furcht, vor ihrem Gott Jehovah. Durch lange Zeiten hindurch entwickelte sich an Stelle des verschwindenden Hellsehens ein starker Glaube in den Seelen der Menschen. Und dieser Glaube lebt im Menschen als ein Geschenk des Höchsten. Wenn wir die Kräfte des Glaubens verlieren würden, könnten wir unseren Weg im Leben nicht mehr finden.

Es hängt gar nicht vom Menschen ab, den Glauben abzulegen oder nicht, denn der Glaube stellt in der Menschenseele eine Anzahl von Kräften dar, eine Summe von Kräften, die zu den Lebenskräften der Seele gehören. Es kommt gar nicht darauf an, ob wir glauben wollen oder nicht, sondern darauf, dass wir die Kräfte, die das Wort „Glaube“ ausdrückt, als Lebenskräfte der Seele haben müssen, dass die Seele verdorrt, verödet und vereinsamt, wenn sie nichts glauben kann.2

Von Rudolf Steiner wissen wir auch, dass ihm von Luzifer gegeben worden ist, was in menschlich entwickelter Kunst als Wahrheit lebt, und dadurch den Menschen zum Geist der höheren Welten erheben kann. Die Kunst verdanken wir Luzifer.

Wenn wir jetzt zu unserem Vers zurückkommen, sehen wir, dass eine Verbindung besteht, zwischen Glauben und Imagination. Was ist die Imagination? Es ist die Möglichkeit der Seele, sich in die höheren Welten zu erheben und Wahrheiten zu erleben, wenn sie sich mit Kunstwerken beschäftigt. Dieses Geschenk können wir empfangen, wenn wir höhere Welten in unser Bewusstsein mit einschließen.

Jahrhundertelang haben Menschen Kunstwerke geschaffen, ohne darüber zu sprechen. Heute kann eine bewusste Seele die Vergangenheit mit erweckten inneren Augen sehen.– Jesus lehrte seine Schüler durch Gleichnisse. Er sprach die Bildsprache der Imagination, und wir dürfen diese Bilder bewusst mit unseren Gedanken erleben. Durch Kunstwerke und durch Märchen können wir den Glauben in uns immer wieder neu beleben. Read more